Diese Woche haben digitalswitzerland und die ETH Zürich 70 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im ETH AI Center zusammengebracht, um sich mit der Frage zu befassen:
Wie sollte die Schweiz einen innovationsfreundlichen und pragmatischen Ansatz für die KI-Governance in einem sich rasch wandelnden globalen Umfeld gestalten?
Der Zeitpunkt könnte nicht passender sein. Mit dem Inkrafttreten des EU-KI-Gesetzes und den Vorbereitungen der Schweiz zur Ratifizierung des KI-Rahmenübereinkommens des Europarats sind wir dabei, unseren eigenen Weg in die Zukunft zu definieren.
Erkenntnisse aus dem EU-KI-Gesetz
Gabriele Mazzini, Architektin und Hauptautorin des EU-KI-Gesetzes, gab einzigartige Einblicke in den Entstehungsprozess, die dabei getroffenen Kompromisse und die Lehren für die Schweiz.
Die Perspektive der Schweizer Regierung
Andrin Eichin von der Bundesverwaltung unterstrich die Ziele der Schweiz: Stärkung des Landes als Innovationsstandort, Wahrung der Grundrechte und Aufbau von Vertrauen der Öffentlichkeit in KI.
Perspektiven der Podiumsteilnehmer
Experten aus Wissenschaft, Industrie und Regierung – Effy Vayena (ETH Zürich), Anne-Sophie Morand (Swisscom), Ladina Caduff (Microsoft) und Gabriele Mazzini – diskutierten über das richtige Gleichgewicht zwischen Regulierung und weicheren Governance-Instrumenten wie Grundsätzen, Standards und Prozessen. Sie betonten die Bedeutung der öffentlich-privaten Zusammenarbeit für die Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses und Vertrauens.
Die KI-Governance sollte KI nicht nur als Risiko betrachten, sondern als Chance und Notwendigkeit für Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und Souveränität.
Die Schweiz sollte auf bestehenden Gesetzen aufbauen, anstatt das Rad neu zu erfinden, und dabei einen „Weniger ist mehr“-Ansatz verfolgen.
Eine wirksame Governance erfordert eine evidenzbasierte Regulierung: Reguliert werden sollte die Nutzung der Technologie, nicht die Technologie selbst.
Der vorgeschlagene Schweizer Ansatz ist auf dem richtigen Weg: pragmatisch, technologieneutral, sektorspezifisch und flexibel.
Das Schweizer Modell sollte eine sektorübergreifende Regulierung mit unverbindlichen Massnahmen (Grundsätze, Standards, Prozesse) kombinieren, die gemeinsam mit dem Privatsektor gestaltet werden.
Eine erfolgreiche KI-Governance hängt vom Dialog zwischen den Interessengruppen, Interdisziplinarität und einem starken Engagement des Privatsektors ab.
Mit Blick auf die Zukunft wird der KI-Gipfel 2027 in Genf ein Meilenstein in der globalen KI-Governance sein und die Schweiz als dynamischen Forschungs- und Innovationsstandort positionieren. Die aktive Beteiligung des Privatsektors – einschließlich finanzieller Unterstützung – wird für den Erfolg entscheidend sein.
Die Diskussion machte deutlich, dass die Schweiz das Potenzial hat, eine unverwechselbare, zukunftsweisende Rolle in der KI-Governance zu übernehmen.
Die Präsentation von Gabriele Mazzini finden Sie unten.